Ölbasierte Pomade: Was ist das und welche Vorteile hat sie?

Ölbasierte Pomade oder auch gerne OB (oil based) abgekürzt ist die klassische Form der Pomade, das Zeug das bereits unsere Großväter und Urgroßväter genutzt haben.

Während die ölbasierte Pomade ihr erstes Hoch in den 30er Jahren hatte, gab es den ersten Vorgänger, die Brillantine noch länger. Die erste Brillantine wurde auf der Weltausstellung 1900 vorgestellt und bestand eigentlich nur aus parfümiertem Mineralöl.

Auf modernen Pomaden findet sich nur selten der Begriff Mineralöl, dafür aber Bezeichnungen wie Petrolatum, Paraffin oder Vaseline. Findet sich allerdings einer dieser Begriffe, dann hast du es sehr wahrscheinlich mit einer ölbasierten Pomade zu tun, denn alle diese Bestandteile werden aus medizinischem Mineralöl hergestellt.

Hattest du noch nie mit ölbasierte Pomade zu tun, dann stell dich darauf ein, dass sie sich mit keinem anderen Stylingprodukt vergleichen lässt. Weder der Halt, noch der Glanz, das Verhalten in den Haaren, die Art des Stylings oder der Geruch der Pomaden lässt sich mit irgendeinem anderen Produkt vergleichen.

Während OB viele Vorteile hat, gibt es natürlich auch den einen oder anderen Nachteil und die will ich dir natürlich nicht verschweigen.

OB Empfehlungen

Natürlich habe ich ein oder zwei Pomaden die ich dir gerne empfehlen möchte. Sei gewarnt, Pomade benutzen macht süchtig und es gibt echt viele tolle Pomaden da draußen zu kaufen.

Reuzel Grease Heavy Hold Pomade

Die inke Reuzel ist eine vaselinebasierte feste Pomade mit einem dezenten Duft nach Kirschen und Erdbeeren. Sie lässt sich dank ihrer cremigen Konsistenz relativ einfach verarbeiten und steckt in einer kultigen Dose mit der Abbildung eines Hausschweins.

Dapper Dan Pomade

Die Dapper Dan ist eine vaselinebasierte, mittelfeste bis feste Pomade mit einem leichten Duft nach Kokos und Ananas. Kokosnussöl und Stearinsäure versorgen Haare und Haut mit Nährstoffen und vielleicht ist dir diese Pomade schon mal begegnet, denn sie ist durch den Kultfilm O Brother, Where Art Thou? bekannt geworden.

Lockhart’s Goon Grease Heavy Hold

Eine handgemachte feste Pomade aus den USA mit einem großartigen Duft nach frisch geschnittenen Gurken. Die Goon Grease ist eine leicht zu verarbeitende Pomade die eine ideale Mischung aus Glanz und Halt bietet. Anfangs ist sie etwas klebrig zwischen den Händen aber lässt sie sich nach kurzem verreiben super verarbeiten.


Weitere empfehlenswerte ölbasierte Pomaden:


Vorteile der ölbasierten Pomade

Gerade in der heutigen Zeit in denen die Listen der kleingedruckten Inhaltslisten immer länger werden und im Grunde niemand mehr weiß, was in einem Produkt wirklich drin ist, stechen Pomaden durch ihre Einfachheit hervor.

Kurze Zutatenliste

Reduziert man die Zutaten auf ein Minimum, reichen Vaseline, ein Wachs (entweder Bienenwachs oder ein mikrokristallines Wachs), ein pflegendes Öl z.B. Rizinusöl und einem Duftstoff der aber auch nicht zwingend nötig wäre. Selbst bei wasserbasierten Pomaden ist die Liste der Inhaltsstoffe um einiges länger.

Haare bleiben nachstylebar

Vielleicht der wichtigste Punkt der für die ölbasierten Pomaden spricht, sie trocknen in den Haaren nicht fest, sondern bleiben weich und geschmeidig und das den ganzen Tag oder die ganze Nacht.

Sie verlieren auch nicht die Kraft und das bedeutet für dich, dass du deine Haare den ganzen Tag nachkämmen und nachstylen kannst ohne neue Pomade auftragen zu müssen und Pomade hält die Frisur besser zusammen als jedes andere mir bekannte Produkt.

Haare und Kopfhaut werden gepflegt

Oft finden sich in Pomaden Zutaten wie Lanolin (Wollwachs), das besonders pflegende Eigenschaften hat. Aber auch andere pflegende Öle werden in den Pomaden verarbeitet und so versorgen sie deine Haare und deine Kopfhaut den ganzen Tag mit Feuchtigkeit und Nährstoffen.

Hast du z.B. Probleme mit trockener und juckender Kopfhaut oder Schuppen, dann versuch es einfach mal mit einer mittelfesten Pomade. Pomade ist eine tolle Alternative zu Gel und Haarspray, die beide dazu neigen die Haare und Kopfhaut auszutrocknen.

Für jeden Haartypen geeignet

Ölbasierte Pomaden gibt es in ganz verschiedenen Ausführungen. Es gibt mittelfeste Pomaden mit etwas mehr Öl, falls du einfach zu stylende Haare hast. Es gibt feste Pomaden die sogar Locken glattziehen können. Mehr zu den Härtegraden der Pomaden erfährst du in dem verlinkten Artikel.

Es gibt Pomaden auch mit unterschiedlichem Glanz. Früher war ein starker, öliger Glanz das Nonplusultra, während heute oft eher matte Looks gefragt sind und die Pomadenhersteller wissen das natürlich. Es gibt zwar auch immer noch sehr glanzvolle Pomaden aber auch moderne matte Pomaden sind reichlich verfügbar.

Noch matter und texturierter sind dann Claypomaden aber um die soll es hier jetzt nicht gehen.

Sie lässt sich nicht auswaschen

Halt, ist das wirklich ein Vorteil, dass man ölbasierte Pomaden kaum aus den Haaren waschen kann? Ich finde schon, denn zum einen bleiben sie so in den Haaren und versorgen meine Haare weiterhin mit ihren Ölen und Inhaltstoffen.

Noch viel wichtiger ist aber, dass durch den Buildup, also die Reste der Pomade die von Vortag in den Haaren sind weniger neue Pomade aufgetragen werden muss. Verzichtet man z.B. am Vortag auf Shampoo und wäscht die Haare nur mit etwas warmem Wasser durch, dann braucht man am nächsten Tag kaum neue Pomade aufzutragen.

Nachteile der ölbasierten Pomade

Wenn es um klassische Pomade geht, dann ist es eigentlich immer ein ganz großer Nachteil der zur Sprache kommt und das ist die Auswaschbarkeit.

Mal unabhängig davon, dass es echt gute Tipps zum Auswaschen von Pomade gibt, erklärt es sich doch eigentlich von selbst, dass man das Zeug kaum aus den Haaren bekommen wird und das ist ja auch Sinn der Sache.

Wer ölbasierte Pomade benutzt, der will ja sogar, dass Reste in den Haaren bleiben, denn erst, wenn richtig Buildup vorhanden ist entwickelt die Pomade ihr volles Potenzial.

Ich kann natürlich verstehen, dass es Leute gibt, die das nicht mögen und sagen, dass sie nach einmal waschen bitte alles aus den Haaren haben wollen, aber für die ist ölbasierte Pomade vielleicht einfach nicht das richtige Produkt.

Das ist aber gar nicht schlimm, denn es ja Alternativen und wasserbasierte Pomaden wie auch UWB Pomaden lassen sich deutlich leichter auswaschen, bieten aber alle Vorteile der Pomade.

Pomadenakne

Es kommt so weit ich weiß relativ selten vor ist aber durchaus möglich. Durch die Nutzung von Pomade kann es passieren, dass das Öl die Poren der Stirn verstopft und eine Pomadenakne entsteht.

Solche Reaktionen sind selten und es kann sich auch immer um eine allergische Reaktion der Haut auf einen der Bestandteile handeln. Solltest du bei dir eine Pomadenakne beobachten, solltest du auf eine andere weniger ölige Pomade umsteigen, es mit wasserbasierte Pomade versuchen oder, ich weiß es klingt hart, eine Zeitlang auf Pomade verzichten. Im Zweifel ab zum Arzt und abklären lassen.

Artikelende